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Vergessen Sie Ihre ständigen Diäten – fasten Sie lieber!

Es gibt Menschen, die leben überhaupt nicht mehr, die leben nur noch vorbeugend und sterben dann gesund. Nicht nur schweisstreibende Fitnessübungen sind es, die einem solchen entbehrungsreichen Leben Struktur geben. Diäten haben sich den Ruf erworben, die Risikofaktoren so weit zu minimieren, dass der Tod vermeidbar ist.

Voll gesundheitsreligiöser Inbrunst wird jede neue Diät-Idee aufgegriffen, und schon bald wird daraus wieder eine Diätbewegung, die in ihrem Ernst die Büßer- und Geißlerbewegungen des Mittelalters noch in den Schatten stellt. Neulich konnte man lesen, japanische Studien hätten gezeigt, dass Würmer, die Diät leben, die also quasi nichts essen, wahnsinnig alt würden – und man sei jetzt dabei, diese Erkenntnisse aufs Menschenmodell zu übertragen.

Der Artikel atmete Nobelpreisverdächtigkeit. Wenn ich mir aber vorstelle, ich dürfte quasi nichts mehr essen – und könnte dann noch nicht mal sterben! Das wäre für unsereins die konkrete Beschreibung der Hölle.

Fastenzeit, das war früher eine Zeit, in der sich die Menschen auf den Himmel vorbereiteten. Heute tut man alles, um den Himmel zu vermeiden. Sogar die christlichen Kirchen sind inzwischen auf diesen Trend eingeschwenkt. Da gibt es „Heilfasten in der Fastenzeit“! Der Pfarrer ist ganz stolz, die Quote stimmt, die Leute strömen in Massen. Doch mit dem, was man einmal Fasten nannte, hat das überhaupt nichts zu tun.

Früher fastete man ja, um zu verzichten und dadurch irgendwann in den Himmel zu kommen. Heute jedoch heilfastet man, um gesund zu bleiben und möglichst spät in den Himmel zu kommen, was natürlich ein völlig anderer Ansatz ist. Bei alldem fühlt man sich genötigt, an die nüchterne Wahrheit zu erinnern, dass auch wer gesund stirbt, definitiv tot ist.

Womit hat die obsessive Befassung mit Diät und Gesundheit zu tun? Im Mittelalter lebten die Menschen erheblich länger als heutzutage. Sie lebten im Bewusstsein ihrer begrenzten irdischen Lebenszeit plus ewiges Leben. Heute dagegen ist das Leben für die meisten auf dieses kurze Erdenleben zusammengeschnurrt, und da wird es eng. Man glaubt nicht mehr recht ans ewige Leben. Freilich: Sterben möchte man dennoch nicht. Und so versucht man mit allen Mitteln, den Tod so weit wie möglich hinauszuzögern. Alle noch so absurden Methoden, mit denen man angeblich Freund Hein ein Schnippchen schlagen kann, erfreuen sich größter Beliebtheit.

Mit diesem ganzen Trubel hat wirkliches Fasten nichts zu tun. Niemand hat jemals behauptet, durch Fasten lebe man länger. „Durch das Fasten des Leibes hältst du die Sünde nieder, erhebst du den Geist...“ heißt es in den Messgebeten der Fastenzeit. Fasten versucht nicht, den Tod zu vermeiden, sondern regt an, den unvermeidlichen Tod zu bedenken, und gerade dadurch bewusster zu leben. Wenn mit dem Tod alles aus wäre, könnte freilich kaum gute Stimmung aufkommen.

Fasten gar wäre ohne den Glauben ans ewige Leben irrsinnig. So aber ist das Fasten ein Zeichen dafür, dass jemand nicht nur theoretisch an das ewige Leben denkt, sondern praktisch darauf hinlebt. Zwar ist der Mensch als „animal rationale“ wie die Tiere natürlich um Erhaltung seiner Vitalkräfte bemüht. Das ist auch gut so. Doch er ist ein Wesen, das über reine Bedürfnisbefriedigung hinausstrebt. Er kann aus moralischen Gründen verzichten. Der Philosoph der Aufklärung Immanuel Kant sieht darin die Eigenart und damit auch die Würde des Menschen begründet.

Sogar den eigenen Hunger nicht zu stillen und dafür einem anderen hungrigen Menschen zu essen zu geben, dazu ist der Mensch fähig. Die Fastenaktionen der Kirchen erinnern daran, dass Fasten kein subtiler Egotrip ist. Nebenbei haben 2000 Jahre christliche Fastenzeit auch wichtige Kulturgüter hervorgebracht: Köstliche Fastenspeisen wurden erfunden, die zwar fleischlos, aber dennoch höchst schmackhaft waren.

Allzu rigide Regelungen waren dem Katholizismus immer schon fremd oder regten ihn zu fantasievollen Lösungen an. Stets blieb ihm die uralte Erfahrung bewusst, dass lustvolles Leben mit Unterbrechungen und Kontrasten zu tun hat. Es ist ein Irrtum, dass es Spaß macht, ununterbrochen in Saus und Braus zu leben. Deswegen sind die Dauerpartys auf Sylt und in Marbella auch so öde.

Der Sonntag zum Beispiel unterbricht die Woche, in der wir dauernd Zweckmäßiges tun. Am Sonntag sollte man nichts Zweckmäßiges tun, sondern Sinnvolles, nicht Klavierspielen lernen, sondern Klavier spielen, zwecklose, aber höchst sinnvolle Gespräche über Gott und die Welt führen oder den Gottesdienst besuchen. Mit anderen Worten, am Sonntag sollte man sich erlauben, seine unwiederholbare Lebenszeit in zweckloser Muße zu verbringen. Der Gottesdienst ist die Mutter aller Feste, und auch Feste dürfen nie einen Zweck erfüllen. Wer ein Fest feiert, um berufliche Kontakte zu knüpfen, feiert kein Fest, sondern er arbeitet – in festlicher Verkleidung.

Wie der Sonntag die Woche unterbricht, so die Fastenzeit das Jahr. Wer fastet, bringt sich zur Besinnung, und nicht bloß nach dem Motto Karl Valentins: „Heute in mich gegangen. Auch nichts los!“ Wenn ich jedem von Ihnen, liebe Leser, in diesem Moment das genaue, unumstössliche Datum Ihres Todes sagen könnte, dann bin ich sicher, dass Sie morgen schon anders leben werden. Denn Ihnen wird klar sein: Das ist ein unwiederholbarer Tag meines Lebens. Den bekomme ich nie wieder.

Nun ist es aber so, dass wir alle sterben und dass der morgige Tag ein unwiederholbarer Tag ist.

Das heisst: Wer den Tod verdrängt, verpasst das Leben. „Gedenke Mensch, dass du Staub bist und zum Staub kehrst du zurück.“ Dieser ernste Satz, den der Priester beim Aschenkreuz spricht, ist kein resignativer Seufzer, sondern gerade dieser Satz treibt die heitere Lust am Leben in der Karnevalszeit an. Und der Sinn der Fastenzeit von Aschermittwoch bis Ostern ist nicht das Fasten an sich. Der Sinn der Fastenzeit ist die Lust am Osterbraten, der danach umso köstlicher schmeckt

  von Manfred Lütz, Gastautor

Welt am Sontag 02.02.2008 - 

 

 

Wein und Schokolade? Passt wie Ski und Strand – dachten wir. Falsch! Inzwischen gibt es fast zu jedem Wein auch die passende Schokolade

VON BENNO STIEBER

Haben spät zueinander gefunden, verstehen sich aber prächtig: Schokolade und Weisswein Früher gab es Regeln. Eine hieß: „Rotwein zu Fleisch, Weißwein zu Fisch.“ Das sorgte für Orientierung und gab Sicherheit. Heute geht auch ein fruchtiger Rioja zu gegrilltem Fisch, ohne dass der Sommelier gleich beschämt zu Boden schaut. Nur ein No No hat sich lange gehalten: Schokolade und Wein gelten nach wie vor als ein Paar, das allenfalls auf Abiturfeiern für pelzige Zungen sorgt. Feinschmecker mieden die Kombination aus süß und herb.Doch jetzt, wo hochprozentige Kakaoschokoladen Konjunktur haben, soll zusammengehen, was bislang nicht zusammengehörte. Das „Deutsche Weinmagazin“ schwärmt jedenfalls: „Wein und Schokolade – eine Fest für die Sinne.“ Eberhard Schell aus dem badischen Gundelsheim nimmt für sich in Anspruch, der erste Chocolatier in Deutschland zu sein, der spezielle Schokoladen passend zu Wein kreiert. Schell ist experimentierfreudig. Die reichhaltige Theke seiner Confiserie unweit von Heidelberg bietet neben klassischen Spezialitäten auch allerlei Exotisches. So hält er das weltweit erste Patent auf eine Praline, an deren Wohlgeschmack man auf Anhieb nicht recht glauben will: Trüffel mit Edelessig.

Für Schell liegt die Kombination von Wein und Schokolade auf der Hand. „Beide sind lagenabhängig“, sagt er, Herkunft und Wetter beeinflussen ihr Aroma. Schell kann Schokolade aus Tansania von solcher aus Jamaika allein am Geschmack unterscheiden. Und er schwört, dass kubanischer Kakao nach Tabak schmeckt. „Da haben Sie plötzlich eine Havannazigarre vor Augen.“ Ganz so einfach ist es dann doch nicht, die beiden Kulturpflanzen im Gaumen zu vereinen. Die meisten Kakaosorten enthalten selbst so viel Säure, dass sie die des Weins nur verstärken. Also müssen weitere Aromen dazukommen, um den Geschmack von Wein und Schokolade aufeinander abzustimmen. Schell setzte sich mit so bekannten Sommeliers wie der Kölnerin Claudia Stern und Markus Del Monego zusammen, um weintaugliche Schokoladen zu kreieren. Die Ergebnisse aus der Gundelsheimer Schokoladenmanufaktur hören auf so blumige Namen wie „Coeur de Cacao“, „Sao Thome“ und „Vitis Noir“. Wer sich bei einer Schokoladen-Wein-Probe – zum Beispiel auf dem Weingut Alfons Ziegler im südpfälzischen St. Martin – diese Schokoladen auf der Zunge zergehen lässt und anschließend einen Schluck Wein nimmt, wird eine uberraschung erleben.Michael Ziegler, der Juniorchef des Familienbetriebs an der südlichen Weinstraße, kombiniert Schells Schokolade mit einigen seiner edelsten Tropfen. Zum tiefroten Dunkelfelder harmoniert eine zartbittere Tanzania. Und zu Zieglers voluminösem Cabernet Sauvignon von 2003 passt die dunkle „Barrique“, die mit einer Fülle von Gewürzen verfeinert ist, aus denen der Laie nur Chili und Kardamom identifizieren kann. Auch aus Zieglers Spätburgunder kitzelt ein Stück „Vitis Noir“ ganz neue Vanille- und Zimtaromen heraus. Und das, obwohl zu Spätburgunder „eigentlich gar keine Schokolade passt, weil er dazu zu komplex ist“, wie Ziegler sagt. Doch hier passt es plötzlich. „Ein guter Wein wird durch Schokolade noch interessanter“, erklärt Schell. Die Aromen müssen fein abgestimmt sein. Dabei gibt es Regeln.
Wer Wein trinkt, sollte nie Schokolade dazu essen, deren Kakaoanteil 85 Prozent übersteigt. Sonst wird es zu herb. Und je höher der Tanningehalt im Wein ist, desto weniger Kakaosollte die Schokolade enthalten. Außerdem sei es falsch, immer nur Rotweinzu dunkler Schokolade zu reichen, findet Schell.
Es geht auch mit Weißwein, etwa Zieglers trockenem Chardonnay Spätlese. Dazu schmeckt eine dunkle Zartbitterschokolade, die mit Zimtblüte und Javapfeffer gewürzt ist. Der Wein wird noch runder, und die rauchige Barrique, in der er reifte, kommt deutlicher zur Geltung. Sogar zum trockenen Riesling hat Schell die passende Tafel. „Jetzt übertreibt er aber“, dachte Ziegler zuerst, als der Chocolatier Vollmilchschokolade aus Papua-Neuguinea mit Meersalz und Zitrusaroma als idealen Begleiter für einen schlanken Riesling vorstellte.
Schließlich ist Riesling selbst für viele Hauptspeisen zu leicht und säurelastig. Doch als der Winzer zum ersten Mal die Salzkörner der Schokolade im Mund explodieren spürte, und erschmeckte, wie seine 2004er Spätlese trocken plötzlich die Schoko-Süße zurückdrängte und die Zitrusaromen von Schokolade und Wein verschmolzen, war Michael Ziegler überzeugt.

Noch ist die Gemeinde der Schoko-Wein-Verkoster überschaubar.Aber Eberhard Schell kann auf seiner Mission schon einen Erfolg im Herzen der Weinweltmacht verbuchen.
Auf der Vinexpo in Bordeaux, einer der wichtigsten Weinmessen, lud Schell die französischen Sommeliers zur Schoko-Wein-Probe und erntete ein hohes Lob. Er wurde gefragt: „Warum kommt eine so köstliche Idee nicht aus Frankreich?“

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Auf der Spur der Bitterschokolade

Ein Albtraum: Manchmal, wenn ich lieb war als kleines Mädchen, dann sagte unsere Tante Lissi: "Du darfst dir eines nehmen", und öffnete bedeutungsvoll eine gelbe Schachtel, in der Eichenblätter aus Schokolade lagen.

Von Inga Griese

Fast so schlimm wie die kratzigen Wollunterhosen, die sie gut gemeint strickte und die wir tragen mussten. Liebe Psychologen, was ist schlimmer für ein Kind, das völlig fixiert ist auf Süßigkeiten: gar keine Schokolade oder Zartbitter? Betonung auf Bitter. Wurde immer mehr im Kindermund. Es war natürlich unmöglich, die Schokolade abzulehnen. Das wäre zu unverschämt gewesen, so etwas war noch nicht erlaubt, als ich klein war. Ich will Sie jetzt gar nicht damit belästigen, wie lange das schon her ist! Aber kaum bog ich kürzlich in die Westerstraße in Bremen ein, da hatte ich wieder dieses verzweifelte Gefühl von falscher Schokolade auf der Zunge. Feodora. Hilfe! Tschulligung.

Aber wegen dieses Gefühls bin ich ja unterwegs. Man soll doch Kindheitstraumata aufarbeiten, um ein wertvolles Mitglied der Gesellschaft zu sein. Bisher habe ich das ganz gut mit 1000-Gramm-Packungen von Toblerone, Toffifee, Niederegger, Ritter und Godiva hingekriegt. Aber das sind natürlich Ersatzhandlungen. Ich musste also noch mal ganz zurück. Zur Quelle. Zu Feodora. Zu Hachez. Zu Hasso Nauck, der nach internationaler Karriere und Umwegen als Mehrheitseigner und Geschäftsführer in das ehemalige Unternehmen seiner Familie zurückkehrte und nicht nur das Gebäude renovierte.

Für klischeetreue Zeitgenossen wie mich sind die Bremer Marken schön spießig in Erinnerung. Kommen quasi im Geschenkpaket mit Fachinger ohne Kohlensäure und Bettpuschen. Aber wieso sind sie so erfolgreich in ihrer exklusiven Nische zwischen Haute Chocolat und Lindt? Wieso haben die jungen Leute im Supermarkt den halben Wagen voll mit Hachez statt Ferrero? Folgt uns womöglich doch eine Generation von Kennern und Genießern? Untersuchungen besagen, dass die Deutschen weniger Schokolade essen als noch vor einigen Jahren, dafür immer bessere. Dass die Gourmetformel "je dunkler, desto gesund, desto Qualität" heißt, hat sich herumgesprochen. Wer je in einen der coolen schwarz gestylten Läden des Brüsseler "Chocolatier" Pierre Marcolini stolperte, der lernt, dass Pralinen nicht nur so distinguiert präsentiert werden wie Juwelen, sondern auch so viel kosten. Aber warum in die Ferne schweifen, Bremen liegt so nah. Und die Schokolade auch. Und das seit 1890. Wobei 40 Prozent des Umsatzes von Hachez und Feodora mit Produkten gemacht werden, die jünger sind als fünf Jahre. So viel zum Klischee.

"Hier wird nicht die Asche verwahrt, sondern die Flamme am Brennen gehalten." Hasso Nauck sagt gern solche Sätze. Weil der Unternehmer viel von Marketing versteht, aber Modernisierung für eine sensible Angelegenheit hält. Und weil er so ein sportlicher, uneitler norddeutscher Kaufmannstyp ist, mag man ihm das Gespür gern glauben. Und noch eine Praline nehmen. Hell. Gibt es hier nämlich auch. Reell wirkt der Ort, modern und doch am alten Platz. Nauck ist einer, der aufräumt und dabei nicht das Haus wegschmeißt. Vielleicht ist das sein Erfolgsrezept, neben dem aus dem die Chocolade gemacht wird. Chocolade mit Ch und c. Das ist ein anderer Anspruch. Das gefiel schon der Kaiserschwester Feodora 1910. Deswegen gab sie ihren Namen. Der steht seither für die lieblichere Marke, während Hachez (nach Gründer Josef Emile Hachez) das dunklere "rationalere" Programm verkörpert. Trotzdem dürfen Frauen zu Hachez greifen. Männer mögen auch gern Feodora. Aber die Alten heute sind ja auch nicht mehr alt, und die Jungen kaufen Schokoblätter, weil das abgefahren ist. Sie müssen ja auch keine Wollhosen mehr tragen. Ich glaube, ich nehme lieber Feodora "Fit for you".

Artikel erschienen am 14.10.2006 “ Welt am Sontag”

 

Verordnung über Kakao- und Schokoladenerzeugnisse (Kakaoverordnung)

KakaoV 2003

Ausfertigungsdatum: 15.12.2003

Vollzitat:

"Kakaoverordnung vom 15. Dezember 2003 (BGBl. I S. 2738), zuletzt geändert durch Artikel 2 der Verordnung vom 30. September 2008 (BGBl. I S. 1911)"

Stand:

Zuletzt geändert durch Art. 2 V v. 30.9.2008 I 1911


Mit dieser Verordnung wird die Richtlinie 2000/36/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. Juni 2000 über Kakao- und Schokoladenerzeugnisse für die menschliche Ernährung (ABl. EG Nr. L 197 S. 19) in deutsches Recht umgesetzt.

Eingangsformel

Das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft verordnet auf Grund des § 19 Abs. 1 Nr. 1 und 2 Buchstabe b, Nr. 3 und 4 Buchstabe a, b und c des Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetzes in der Fassung der Bekanntmachung vom 9. September 1997 (BGBl. I S. 2296), der durch Artikel 34 Nr. 1 der Verordnung vom 25. November 2003 (BGBl. I S. 2304) geändert worden ist, im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit:

§ 1 Anwendungsbereich

(1) Die in Anlage 1 aufgeführten Kakao- und Schokoladenerzeugnisse unterliegen dieser Verordnung, soweit sie dazu bestimmt sind, als Lebensmittel gewerbsmäßig in den Verkehr gebracht zu werden.

§ 2 Zutaten

(1) Bei der Herstellung von Erzeugnissen nach Anlage 1 Nr. 3 bis 6, 8 und 9 dürfen zusätzlich zu den dort angegebenen Zutaten verwendet werden

1. außer Kakaobutter als pflanzliche Fette nur die in Anlage 2 Nr. 2 aufgeführten Fette,

  • 2. andere als in Nummer 1 genannte Zutaten einschließlich tierischer Fette und Zubereitungen hieraus, sofern die Fette und Zubereitungen ausschließlich aus Milch gewonnen wurden; der Anteil dieser Zutaten darf, bezogen auf das Gesamtgewicht des Erzeugnisses, 40 Prozent insgesamt nicht überschreiten.
  • Im Falle des Satzes 1 Nr. 1 darf der Anteil der dort genannten pflanzlichen Fette unter Beibehaltung der Mindestgehalte an Kakaobutter oder Gesamtkakaotrockenmasse nach Abzug des Gesamtgewichts der nach Satz 1 Nr. 2 und Absatz 3 verwendeten Zutaten höchstens 5 Prozent des Enderzeugnisses betragen.

(2) Getreidemahlerzeugnisse und Stärken dürfen nur bei den in Anlage 1 Nr. 8 und 9 aufgeführten Erzeugnissen verwendet werden.

(3) Die Verwendung von Aromen bei der Herstellung von Erzeugnissen nach Anlage 1 Nr. 2 bis 6, 8 und 9 bestimmt sich nach den Vorschriften der Aromenverordnung. Die Aromen dürfen den Geschmack von Schokolade oder Milchfett nicht nachahmen.

(4) Bei den in Anlage 1 Nr. 3 bis 10 aufgeführten Erzeugnissen werden die Anteile der Zutaten, für die ein Mindestgehalt vorgeschrieben ist, nach Abzug des Gewichts der in Absatz 1 Nr. 2 und Absatz 3 möglichen Zutaten sowie im Falle der in Anlage 1 Nr. 7 und 10 aufgeführten Erzeugnisse auch nach Abzug des Gewichts der Füllung berechnet.

(5) Zuckerarten im Sinne dieser Verordnung sind auch andere als die in der Zuckerartenverordnung aufgeführten Erzeugnisse.

(6) Die Vorschriften der Zusatzstoff-Zulassungsverordnung sind anzuwenden.

§ 3 Kennzeichnung

(1) Für Erzeugnisse nach Anlage 1 sind die dort aufgeführten Bezeichnungen Verkehrsbezeichnungen im Sinne der Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung. Sie sind diesen Erzeugnissen vorbehalten.

(2) Bei Erzeugnissen nach Anlage 1 Nr. 3 bis 7 und 10, die als Mischung in den Verkehr gebracht werden, sind als Verkehrsbezeichnungen im Sinne der Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung auch die Bezeichnungen "Schokoladenmischung"", "Pralinenmischung", "Mischung von gefüllter Schokolade" oder "Mischung gefüllter Pralinen" oder gleichsinnige Bezeichnungen zulässig, sofern die Mischung jeweils die von der verwendeten Bezeichnung erfassten Kakaoerzeugnisse enthält. In diesem Fall kann die Kennzeichnung eine einzige Zutatenliste für alle Erzeugnisse der Mischung enthalten.

(3) Sofern

1. die Schokolade mindestens 43 Prozent Gesamtkakaotrockenmasse, davon mindestens 26 Prozent Kakaobutter,

  • 2. die Milchschokolade mindestens 30 Prozent Gesamtkakaotrockenmasse und mindestens 18 Prozent Milchtrockenmasse, davon mindestens 4,5 Prozent Milchfett, aus teilweise oder vollständig dehydratisierter Vollmilch, teil- oder vollentrahmter Milch, teilweise oder vollständig dehydratisiert, Sahne, teilweise oder vollständig dehydratisierter Sahne, Butter oder Milchfett,
  • 3. die Schokoladenkuvertüre mindestens 16 Prozent fettfreie Kakaotrockenmasse enthält,
  • dürfen die Verkehrsbezeichnungen "Schokolade", "Milchschokolade" und "Schokoladenkuvertüre" durch Angaben, die sich auf die Qualität nach Maßgabe jeweils der Nummern 1, 2 oder 3 beziehen, ergänzt werden.

(4) Zusätzlich zu den nach der Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung vorgeschriebenen Angaben muss die Kennzeichnung folgende Angaben enthalten, die nach Massgabe des § 3 Abs. 3 Satz 1 und 3 Halbsatz 1 der Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung anzubringen sind:

1. bei Erzeugnissen nach Anlage 1 Nr. 2 Buchstabe c und d, Nr. 3 bis 5, 8 und 9 den Gesamtgehalt an Kakaotrockenmasse durch den Hinweis "Kakao: ...% mindestens",

  • 2. bei Erzeugnissen nach Anlage 1 Nr. 2 Buchstabe d die Angabe "fettarm", "mager" oder "stark entölt", sofern das Erzeugnis nach Anlage 1 Nr. 2 Buchstabe b entölt ist,
  • 3. bei Erzeugnissen nach Nummer 2 sowie nach Anlage 1 Nr. 2 Buchstabe b den Gehalt an Kakaobutter,
  • 4. bei Erzeugnissen, die gemäß § 2 Abs. 1 Nr. 1 andere pflanzliche Fette als Kakaobutter enthalten, den Hinweis "enthält neben Kakaobutter auch andere pflanzliche Fette", der auch nach Maßgabe des Absatzes 5 Satz 1 anzubringen ist.
  • (5) Die Angabe nach Absatz 4 Nr. 4 ist in demselben Sichtfeld wie die Liste der Zutaten, in mindestens genauso großer Schrift, in Fettdruck sowie deutlich abgesetzt von dieser Liste und in der Nähe der Verkehrsbezeichnung anzugeben. Sofern die Verkehrsbezeichnung mehr als einmal angegeben ist, ist der Hinweis nur bei einer dieser Angaben erforderlich. Im Übrigen gilt in den Fällen des Absatzes 4 § 3 Abs. 4 der LebensmittelKennzeichnungsverordnung entsprechend.

(6) Die Verkehrsbezeichnungen nach Anlage 1 dürfen ergänzend zur Bezeichnung anderer Lebensmittel verwendet werden, sofern diese nicht mit den in Anlage 1 aufgeführten Erzeugnissen verwechselt werden können.

§ 4 Verkehrsverbote

Gewerbsmäßig dürfen nicht in den Verkehr gebracht werden:

1. Lebensmittel, die mit einer Kakao- und Schokoladenerzeugnissen vorbehaltenen Verkehrsbezeichnung nach Anlage 1 versehen sind, ohne der dortigen Begriffsbestimmung für das betreffende Erzeugnis zu entsprechen; § 3 Abs. 6 bleibt unberührt,

  • 2. Kakao- und Schokoladenerzeugnisse, die den Anforderungen dieser Verordnung an ihre Herstellung, Zusammensetzung oder Beschaffenheit nach Maßgabe des § 2 Abs. 1 bis 5 nicht entsprechen,
  • 3. Schokolade, Milchschokolade oder Schokoladenkuvertüre, die durch Aufschriften oder Bezeichnungen ergänzt werden, welche sich auf die Qualität beziehen, wenn das Erzeugnis jeweils den Anforderungen des § 3 Abs. 3 nicht entspricht,
  • 4. Erzeugnisse im Sinne des § 3 Abs. 4, die nicht oder nicht in der vorgeschriebenen Weise mit den dort vorgesehenen Angaben versehen sind.
  • § 5 Straftaten und Ordnungswidrigkeiten

(1) Nach § 59 Abs. 1 Nr. 21 Buchstabe a des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches wird bestraft, wer entgegen § 4 Nr. 1, 2 oder 3 ein Lebensmittel gewerbsmäßig in den Verkehr bringt.

(2) Wer eine in Absatz 1 bezeichnete Handlung fahrlässig begeht, handelt nach § 60 Abs. 1 des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches ordnungswidrig.

(3) Ordnungswidrig im Sinne des § 60 Abs. 2 Nr. 26 Buchstabe a des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig entgegen § 4 Nr. 4 ein Erzeugnis gewerbsmäßig in den Verkehr bringt.

§ 6 Übergangsvorschriften

Kakao- und Schokoladenerzeugnisse dürfen bis zum 24. Juni 2004 nach den bis zum 23. Dezember 2003 geltenden Vorschriften hergestellt und gekennzeichnet sowie bis zum Abbau der Vorräte in den Verkehr gebracht werden.

Begriffsbestimmungen

1. Kakaobutter

  • Das aus Kakaobohnen oder Teilen von Kakaobohnen gewonnene Fett mit folgenden Merkmalen:
  • -

    Gehalt an freien Fettsäuren

     

     

    (in Ölsäure ausgedrückt):

    höchstens 1,75 Prozent

    -

    Gehalt an unverseifbaren Stoffen

     

     

    (mittels Petroläther bestimmt):

    höchstens 0,5 Prozent (bei Kakaopressbutter höchstens 0,35 Prozent)

  • 2. a) Kakaopulver, Kakao
  • Erzeugnisse aus zu Pulver verarbeiteten, gereinigten, geschälten und gerösteten Kakaobohnen, das mindestens 20 Prozent Kakaobutter, auf das Gewicht der Trockenmasse bezogen, und höchstens 9 Prozent Wasser enthält.
  • b) fettarmes oder mageres Kakaopulver, fettarmer oder magerer Kakao, stark entöltes Kakaopulver, stark entölter Kakao
  • Kakaopulver mit weniger als 20 Prozent Kakaobutter, auf das Gewicht der Trockenmasse bezogen.
  • c) Schokoladenpulver
  • Erzeugnis aus einer Mischung von Kakaopulver und Zuckerarten, die mindestens 32 Prozent Kakaopulver enthält.
  • d) Trinkschokoladenpulver, gezuckerter Kakao, gezuckertes Kakaopulver
  • Erzeugnis aus einer Mischung von Kakaopulver und Zuckerarten, die mindestens 25 Prozent Kakaopulver enthält.
  • 3. Schokolade
  • a) Erzeugnis aus Kakaoerzeugnissen und Zuckerarten, das vorbehaltlich Buchstabe b mindestens 35 Prozent Gesamtkakaotrockenmasse, davon mindestens 18 Prozent Kakaobutter und mindestens 14 Prozent fettfreie Kakaotrockenmasse, enthält.
  • b) Wird diese Bezeichnung ergänzt durch
  • - die Ausdrücke "-streusel" oder "-flocken", so muss das Erzeugnis in Form von Streuseln oder Flocken mindestens 32 Prozent Gesamtkakaotrockenmasse, davon mindestens 12 Prozent Kakaobutter und mindestens 14 Prozent fettfreie Kakaotrockenmasse, enthalten,
  • - den Ausdruck "-kuvertüre", so muss das Erzeugnis mindestens 35 Prozent Gesamtkakaotrockenmasse, davon mindestens 31 Prozent Kakaobutter und mindestens 2,5 Prozent fettfreie Kakaotrockenmasse, enthalten,
  • - en Ausdruck "Gianduja-Haselnuss-" oder eine von "Gianduja" abgeleitete Bezeichnung, so muss das Erzeugnis aus Schokolade mit einem Mindestgehalt an Gesamtkakaotrockenmasse von 32 Prozent und an fettfreier Kakaotrockenmasse von 8 Prozent hergestellt sein und darf ferner je 100 Gramm Erzeugnis nicht weniger als 20 Gramm und nicht mehr als 40 Gramm fein gemahlene Haselnüsse enthalten. Folgende Zusätze sind zulässig:
  • a) Milch oder aus eingedickter Milch stammende Milchtrockenmasse in einem solchen Verhältnis, dass das Enderzeugnis nicht mehr als 5 Prozent Milchtrockenmasse enthält,
  • b) Mandeln, Haselnüsse und andere Nüsse, ganz oder in Stücken, wenn das Gewicht dieser Zusätze, einschließlich der gemahlenen Haselnüsse, 60 Prozent des Gesamtgewichts des Erzeugnisses nicht übersteigt.
  • 4. Milchschokolade
    • a) Erzeugnis aus Kakaoerzeugnissen, Zuckerarten und Milch bzw. Milcherzeugnissen, das vorbehaltlich Buchstabe b
    • -
    • mindestens 25 Prozent Gesamtkakaotrockenmasse enthält,
    • -
    • mindestens 14 Prozent Milchtrockenmasse aus teilweise oder vollständig dehydratisierter Vollmilch, teil- oder vollentrahmter Milch, teilweise oder vollständig dehydratisiert, Sahne, teilweise oder vollständig dehydratisierter Sahne, Butter oder Milchfett enthält,
    • -
    • mindestens 2,5 Prozent fettfreie Kakaotrockenmasse enthält,
    • -
    • mindestens 3,5 Prozent Milchfett enthält,
    • -
    • einen Gesamtfettgehalt aus Kakaobutter und Milchfett von mindestens 25 Prozent aufweist.
    • b)
    • Wird diese Bezeichnung ergänzt durch
      • -
    • die Ausdrücke "-streusel" oder "-flocken", so muss das Erzeugnis in Form von Streuseln oder Flocken mindestens 20 Prozent Gesamtkakaotrockenmasse und mindestens 12 Prozent Milchtrockenmasse aus teilweise oder vollständig dehydratisierter Vollmilch, teil- oder vollentrahmter Milch, teilweise oder vollständig dehydratisiert, Sahne, teilweise oder vollständig dehydratisierter Sahne, Butter oder Milchfett enthalten und einen Gesamtfettgehalt aus Kakaobutter und Milchfett von mindestens 12 Prozent aufweisen,
      • -
    • den Ausdruck "-kuvertüre", so muss das Erzeugnis einen Gesamtfettgehalt aus Kakaobutter und Milchfett von mindestens 31 Prozent aufweisen,
      • -
    • den Ausdruck "Gianduja-Haselnuss-" oder eine von "Gianduja" abgeleitete Bezeichnung, so muss das Erzeugnis aus Milchschokolade mit einem Mindestgehalt an Milchtrockenmasse von 10 Prozent aus teilweise oder vollständig dehydratisierter Vollmilch, teil- oder vollentrahmter Milch, teilweise oder vollständig dehydratisiert, Sahne, teilweise oder vollständig dehydratisierter Sahne, Butter oder Milchfett hergestellt sein und darf ferner je 100 Gramm Erzeugnis nicht weniger als 15 Gramm und nicht mehr als 40 Gramm fein gemahlene Haselnüsse enthalten. Außerdem ist der Zusatz von Mandeln, Haselnüssen und anderen Nüssen, ganz oder in Stücken, zulässig, wenn das Gewicht dieser Zusätze, einschließlich der gemahlenen Haselnüsse, 60 Prozent des Gesamtgewichts des Erzeugnisses nicht übersteigt.
      • c)
      • Wird in dieser Bezeichnung das Wort "Milch-" durch das Wort
      • -
      • "Sahne-" ersetzt, so muss das Erzeugnis mindestens 5,5 Prozent Milchfett enthalten,
      • -
      • "Magermilch-" ersetzt, so darf das Erzeugnis nicht mehr als 1 Prozent Milchfett enthalten.
      • 5.

Erzeugnis aus Kakaoerzeugnissen, Zuckerarten und Milch oder Milcherzeugnissen, das mindestens 20 Prozent Gesamtkakaotrockenmasse enthält,

-mindestens 20 Prozent Milchtrockenmasse aus teilweise oder vollständig dehydratisierter Vollmilch, teil- oder vollentrahmter Milch, teilweise oder vollständig dehydratisiert, Sahne, teilweise oder vollständig dehydratisierter Sahne, Butter oder Milchfett enthält,

- mindestens 2,5 Prozent fettfreie Kakaotrockenmasse enthält,

- mindestens 5 Prozent Milchfett enthält,

- einen Gesamtfettgehalt (aus Kakaobutter und Milchfett) von mindestens 25 Prozent aufweist.

6. Weiße Schokolade

Erzeugnis aus Kakaobutter, Milch oder Milcherzeugnissen und Zuckerarten, das mindestens 20 Prozent Kakaobutter und mindestens 14 Prozent Milchtrockenmasse aus teilweise oder vollständig dehydratisierter Vollmilch, teil- oder vollentrahmter Milch, teilweise oder vollständig dehydratisiert, Sahne, teilweise oder vollständig dehydratisierter Sahne, Butter oder Milchfett, davon mindestens 3,5 Prozent Milchfett, enthält.

7. Gefüllte Schokolade, Schokolade mit ...füllung

Gefülltes Erzeugnis, dessen Außenschicht aus einem der unter den Nummern 3, 4, 5 oder 6 beschriebenen Erzeugnisse besteht. Die Bezeichnung gilt nicht für Erzeugnisse, deren Inneres aus Backwaren, Feinen Backwaren oder Speiseeis besteht.

Der Anteil der Außenschicht aus einer der in Satz 1 genannten Schokoladenarten beträgt bei Erzeugnissen mit dieser Bezeichnung mindestens 25 Prozent des Gesamtgewichts des Erzeugnisses einschließlich Füllung und wird entsprechend berechnet.

8. Chocolate a la taza

Erzeugnis aus Kakaoerzeugnissen, Zuckerarten und Mehl oder Weizen-, Reis- oder Maisstärke, das mindestens 35 Prozent Gesamtkakaotrockenmasse enthält, davon mindestens 18 Prozent Kakaobutter und mindestens 14 Prozent fettfreie Kakaotrockenmasse, und höchstens 8 Prozent Mehl oder Stärke.

9. Chocolate familiar a la taza

Erzeugnis aus Kakaoerzeugnissen, Zuckerarten und Mehl oder Weizen-, Reis- oder Maisstärke, das mindestens 30 Prozent Gesamtkakaotrockenmasse enthält, davon mindestens 18 Prozent Kakaobutter und mindestens 12 Prozent fettfreie Kakaotrockenmasse, sowie höchstens 18 Prozent Mehl oder Stärke.

10. Praline

Erzeugnis in mundgerechter Größe

- aus gefüllter Schokolade gemäß Nummer 7 oder

- aus einer einzigen Schokoladenart oder aus zusammengesetzten Schichten oder einer Mischung von Schokoladenarten gemäß den Begriffsbestimmungen der Nummern 3, 4, 5 oder 6 und anderen Lebensmitteln, sofern der Schokoladenanteil mindestens 25 Prozent des Gesamtgewichts des Erzeugnisses entspricht.

  • Anlage 2 (zu § 2 Abs. 1 Nr. 1)
  • Pflanzliche Fette
  • 1.
  • Die in Nummer 2 aufgeführten pflanzlichen Fette, einzeln oder als Mischung, dürfen verwendet werden, wenn
  • a)
  • sie nicht-laurinsäurehaltige pflanzliche Fette darstellen, die reich an symmetrischen, einfach ungesättigten Triglyceriden vom Typ POP, POST und StOSt sind (P: Palmitinsäure, O: Ölsäure, St: Stearinsäure),
  • b)
  • sie mit Kakaobutter in jedem Verhältnis mischbar und mit deren physikalischen Eigenschaften (Schmelzpunkt und Kristallisationstemperatur, Schmelzgeschwindigkeit, Notwendigkeit einer Temperierung) kompatibel sind und
  • c)
  • sie durch die Verfahren der Raffination oder Fraktionierung gewonnen werden; enzymatische Veränderung der Triglyceridstruktur ist ausgeschlossen.
  • 2.
  • Nach Maßgabe der Nummer 1 dürfen außer Kakaobutter nur die folgenden pflanzlichen Fette verwendet werden:
  • Übliche Bezeichnung der pflanzlichen Fette

    Wissenschaftliche Bezeichnung der Pflanzen, aus denen die nebenstehenden Fette gewonnen werden können

    1.

    Illipe, Borneo-Talg oder Tengkawang

    Shorea spp.

    2.

    Palmöl

    Elaeis guineensis

     

     

    Elaeis olifera

    3.

    Sal

    Shorea robusta

    4.

    Shea

    Butyrospermum parkii

    5.

    Kokum gurgi

    Garcinia indica

    6.

    Mangokern

    Mangifera indica

  • Die Verwendung von Kokosnussöl ist auf Schokoladenarten beschränkt, die für die Herstellung von Eiskrem und ähnlichen gefrorenen Erzeugnissen verwendet wird.